Wenn Hören schwerfällt

Wie fühlt sich Schwerhörigkeit an?

 

Für Außenstehende kaum nachvollziehbar, für Betroffene ein großes Problem: Schwerhörigkeit. Phonetiker simulieren diese Einschränkung per Software. Besucher können vom Hörgeräteakustiker erstellte Hörkurven mitbringen und Normalhörende ihre Schwerhörigkeit nacherleben lassen.

Mit etwa 50 Jahren fängt es an: Man muss besonders bei Namen häufiger nachfragen, wie sie geschrieben werden und tut sich schwer damit, in größeren Gruppen einen einzelnen Sprecher herauszuhören. In höherem Alter beschweren sich Nachbarn und Partner über den viel zu lauten Fernseher, und trotzdem versteht man nicht alles, weil alle so furchtbar nuscheln. Spätestens jetzt sollte man über ein Hörgerät nachdenken.

 

Aber was passiert eigentlich im Ohr, wenn man schlecht hört? Im Fach Phonetik an der Uni Trier befassen sich Wissenschaftler mit der Wahrnehmung von Sprache und verfügen über eine spezielle Software, mit deren Hilfe man Schwerhörigkeit, Tinnitus, aber auch die kompensatorischen Effekte von Hörgeräten simulieren kann. Besucher sind herzlich eingeladen, ihre eigenen Hörkurven (Audiogramme, die vom Hörgeräteakustiker erstellt worden sind) oder die von Eltern bzw. Großeltern mitzubringen. Auf Basis dieser Daten kann man das individuelle (Rest-)Hörvermögen der betreffenden Person simulieren. Einmal mit eigenen Ohren zu hören, was Opa eigentlich noch hört und was nicht, kann helfen, Verständnis für die Situation einer hörgeschädigten Person zu wecken. Man kann am eigenen Leib überprüfen, wann ein Hörgerät Verbesserung bringt und wann nicht. Darüber hinaus erklären die Mitarbeiter des Faches anhand der Sprachakustik, warum lauteres Sprechen dem Hörgeschädigten meist nichts bringt, sondern im Gegenteil die Kommunikation weiter erschwert.

 

Weitere Informationen zum Fachbereich Phonetik unter: https://www.uni-trier.de/index.php?id=48162

16:00-00:00
Domfreihof Foyer der VHS Trier
19
Frau Prof. Dr. Angelika Braun (Universität Trier)
Dr. Peter Knopp (Universität Trier)
phonetik@uni-trier.de
Phonetik